18:01 Uhr
„Eigentlich bin ich ja erst 16 Jahre alt“
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Im August schrieb Dorothea Brandt einen Bericht über das Vorbereitungstraingslager der EM-Mannschaft in Heidelberg. StartBlog traf sie einen Monat später in Potsdam. Ein Gespräch über Erfahrungen und Perspektiven.
StartBlog: Dorothea, Sie können auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Sind Sie mit ihrer Entwicklung ein Stück gewachsen?
Brandt: Ich bin ruhiger geworden, gerade in den Wettkämpfen. Ich weiß, dass ich mich auf mich selbst verlassen kann.
StartBlog: War das bei den EM in Budapest hilfreich?
Brandt: Es war mein erstes großes Finale. Durch den Winter und die Vorbereitung habe ich ein optimales Maß herausgeholt, auch wenn ich im Rennen nicht alles zeigen konnte. Aber auch das gehört zum Lernprozess.
StartBlog: Als Aktivensprecher der Nationalmannschaft haben Sie nicht nur die Aufgabe, Probleme beim Verband zur Sprache zu bringen, sondern auch innerhalb der Mannschaft durch Ihre Erfahrungen und die der anderen älteren Athleten für ein gutes Maß an Harmonie zu sorgen. Ist Ihnen das innerhalb der kurzen Zeit gelungen?
Brandt: Unser Team in Budapest war eine angenehme Mannschaft. Es herrschte ein gesundes Gleichgewicht zwischen Erfahrung und Jugend. Es war nicht erforderlich, dazwischen zu vermitteln. Außerdem waren viele bereits bei den JEM dabei und besitzen ausreichend Erfahrungen.
StartBlog: Wie wird Ihre Arbeit im kommenden Jahr als Sprecher der Nationalmannschaft aussehen?
Brandt: Das kommende Jahr ist mein erstes richtiges Jahr. Wir werden mit der DSV-Führung in einen Dialog treten, um Lösungen für auftretende Probleme zu finden. Auf jeden Fall werden wir die positiven Dinge erhalten. Mit Dirk Lange und Lutz Buschkow sind sehr fähige Leute am Werk, die darauf bedacht sind, für optimale Rahmenbedingungen zu sorgen.
StartBlog: Und wie geht’s sportlich weiter?
Brandt: Ich werde erstmals die komplette Tour des arena world cups mitmachen, mit Ausnahme von Rio de Janeiro. Und alle übrigen Wettkämpfe der Kurzbahnsaison. Ich hoffe natürlich, mich für die Kurzbahn-WM zu qualifizieren.
StartBlog: Nach den Olympischen Spielen 2004 gelang es Ihnen lediglich auf Kurzbahn, nennenswerte internationale Erfolge einzufahren. Warum kommt Ihre Entwicklung vergleichsweise so spät?
Brandt: Schwimmsportlich gesehen bin ich ja eigentlich erst fantastische 16 Jahre alt. Wenn man mit 6 Jahren beginnt, mit 15 oder 16 JEM schwimmt, mit 17 JWM, sollte man mit 18 den Sprung zu den Großen schaffen. Dann hat man ungefähr 12 Jahre Schwimmausbildung hinter sich. Ich habe erst mit 13 angefangen und die Entwicklung in die Jahre nach meinem 16. Lebensjahr schieben müssen. Ich musste immer anders arbeiten und immer ein Stück härter.
StartBlog: Also, was würden Sie heute der 13jährigen Dorothea auf den Weg geben?
Brandt: Widme dich dem Sport mit mehr Sachlichkeit und Lockerheit und lass dich von den Aussagen anderer bezüglich deines Talents nicht allzu stark leiten!
StartBlog: Vielen Dank für das Gespräch.

(StartBlog traf Dorothea in einer freien Minute in einem Café während des DSV-Auftakttrainingslagers in Potsdam.)
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