Archiv für Mai, 2011
21:19 Uhr
Perspektivreich
gespeichert unter: Ergebnisse
Lässt man die Zweifel an der Notwendigkeit der Süd- und Norddeutschen Meisterschaften unberücksichtigt (allein in Hannover gingen nur die Berlinerin Dorothea Brandt sowie Steffen und Markus Deibler aus Hamburg als Mitglieder der DSV-Nationalmannschaft an den Start), können sich Sportler wie Vereine des Landesschwimmverbandes Brandenburg über eine positive Bilanz freuen. Insgesamt 37x Gold, 22x Silber und 16x Bronze in den Jahrgangswertungen sowie 1x Gold, 3x Silber und 7x Bronze in den offenen Wertungen konnte in den vergangenen drei Wettkampftagen erzielt werden. In den Mehrkämpfen wurden ebenfalls zum Teil herausragende Einzelleistungen der jüngsten Wettkampfteilnehmer erzielt. Anna S. Dietterle (Cottbus) stellte darüber hinaus einen Neuen Deutschen Altersklassenrekord über ihre Paradestrecke 50 Meter Freistil auf. Ebenfalls hervorzuheben sind die Leistungen von Jan Scholz (Cottbus), Johannes Hintze (Brandenburg), Dominik Orthen und Sonnele Öztürk (beide Potsdam) sowie Nele Klein und Carl Louis Schwarz (beide Schwerin).
Wie auch im vergangenen Jahr gelten die Norddeutschen Meisterschaften als Auftakt für die in zwei Wochen beginnenden Deutschen Jahrgangsmeisterschaften im Rahmen der “Schwimmwoche” in Berlin. Mit den zum Teil aus vollen Training heraus erbrachten Leistungen der Athleten kann man selbstbewußt auf die Meisterschaften im Juni schauen. In den verbleibenden beiden Trainingswochen werden sich die Schwimmer jedoch diversen unliebsamen Trainingsinhalten stellen – frei nach dem Motto: Mach es Dir im Training hart und es wird im Wettkampf leichter!
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20:27 Uhr
“In Balance bleiben”
gespeichert unter: "Sieben Fragen an ..."
Ditte Kotzian gehört zu den erfolgreichsten Athletinnen des DSV der vergangenen Jahre. Im Laufe ihrer sechzehnjährigen Karriere wurde die dreifache Olympiateilnehmerin mehrfache Jugendeuropa- und Jugendweltmeisterin, Doppeleuropameisterin, Doppel-Vizeweltmeisterin und Bronzemedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Startblog traf die ehemalige Wasserspringerin in ihrem Friedrichshainer Kiez.
StartBlog: Hallo Ditte. Lange nicht mehr gesehen. Was hast du seit 2008 gemacht?
Ditte: Urlaub. Ein Jahr volle Konzentration auf die vergangenen Jahre in meinem Leben, Sport, Studium. Zeit, Dinge zu ordnen. Und mein Diplom in der Sportwissenschaft. Berufseinstieg.
StartBlog: Derzeit gibst du dem Schwimmnachwuchs am Olympiastützpunkt in Potsdam Yogastunden. Gleichzeitig hast du auch Motivationsseminare geleitet. Das hat ja nun nicht wirklich viel mit Wasserspringen zu tun?
Ditte: … aber mit mir! Ich will mich stets weiter entwickeln und kenne meine Stärken und Schwächen ziemlich genau. Für mich selbst habe ich während und nach meiner Karriere einen ganzheitlich guten Weg gefunden, in Balance zu sein. Diese Erfahrungen möchte ich nun mit anderen Menschen teilen.

Foto: Benjamin Düchting
StartBlog: Rückblickend wirkt dein Leben daher weitgehend geradlinig mit kontinuierlichen Leistungen über beinahe 15 Jahre hinweg?
Ditte: Eigentlich nicht. Es war ein Weg mit Höhen und Tiefen. Beispielsweise 1998. Ich hätte aufgrund von aufeinander folgenden Verletzungen fast aufgehört und habe lange überlegt, ob sich eine Fortsetzung lohnt. Nach vielen Gesprächen mit der Familie und meinem Trainer vertraute ich jedoch in das Potential, das in mir ruhte. Ich merkte, dass ich noch nicht fertig war und fasste neuen Mut…
StartBlog: … was ja auch relativ schnell belohnt wurde.
Ditte: Ja, ich bin Deutschlands erfolgreichste Springerin.
StartBlog: Das klingt sehr selbstbewusst.
Ditte: Seit meinem Karriereende nach den olympischen Spielen habe ich mich sehr viel mit meinen Erfolgen befasst. Und gelernt, mich nicht nur über diesen Weg zu definieren. Denn ganz nebenbei habe ich schließlich auch mein Studium mit Erfolg gerockt. Heute weiß ich, was ich kann und was ich nicht kann. Damit kann ich durchaus im Einklang mit mir selbst leben. Yoga hat mir auf diesem Weg sehr geholfen und ist daher ein Aspekt meines neuen Lebens, der mich erdet.
StartBlog: Siehst du im Yoga eine berufliche Perspektive? Welche Pläne hast du für die nächsten Jahre?
Ditte: [lächelt] Ich habe Plan A, Plan B, Plan C. Nein, im Ernst. Ich bin immer noch dabei mich zu entwickeln. Ich habe aber vor allem das Potential entdeckt, anderen Sportlern die Ganzheitlichkeit von Ernährung, Entspannung und alternativen Bewegungsformen näher zu bringen, um ihnen auf ihrem Weg zu sportlichen Höchstleistungen neue Horizonte zu öffnen und sie an Phasen der Stagnation vorbeizuführen.
StartBlog: Stagnationen im Leistungssport?
Ditte: Vornehmlich schon. Wenn ich mit Sportlern arbeite geht es darum, sie sportlich weiterzubringen. Aber körperliche Stagnationen bedeuten oft auch psychische Blockaden. Aus meinen eigenen Erfahrungen heraus weiß ich, dass durch kleine Veränderungen im Bewusstsein große Sprünge in der körperlichen wie wettkampfsportlichen Entwicklung erzeugt werden können.
StartBlog: Das trifft aber nur für die Individualsportarten zu, oder?
Ditte: Nein. Routine verursacht Stagnation! Ich selbst habe früher 10000 Sprünge pro Jahr absolviert und immer die gleichen Bewegungsabläufe geübt. Im Schwimmen sind es beispielsweise pro Jahr 1800 bis zu 2200 Kilometer. Das erfordert kompensatorisches Training, in dem Muskelgruppen angesprochen und Vernetzungen geschaffen werden, die durch Routine üblicher Weise verloren gehen. Durch neue, erlernte  Steuerungsprozesse werden beispielsweise Bewegungen möglich, an denen man vorher regelmäßig gescheitert ist. Auch in den Mannschaftssportarten.
StartBlog: Springst du dabei nicht auf einen Trend auf, Yoga bis in den familiären Haushalt zu bringen?
Ditte: Vielleicht. Aber Yoga ist kein Geheimnis. Es zeigt seine Wirkung – schon seit vielen tausend Jahren.
StartBlog: Vielen Dank für das Gespräch. Namasté.
Ditte: Namasté.


